Wie viel Schmerz passt in ein Herz?
Manchmal weiss ich nicht wohin mit meiner Trauer. Trauer begleitet mich schon mein ganzes Leben lang in Form von Einsamkeit und Verlust oder in Form von Ohnmacht in Bezug auf das Weltgeschehen. Ein Satz der immer wieder in mir klingt, ist "Wieviel Schmerz passt in ein Herz?" Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mich irgendwann zerreissen könnte oder ich fühle mich so tief drin davon gedehnt, dass ich die Grenzen meiner Aussenhülle von innen fühle... ein schwer zu beschreibendes Gefühl...
Ich trage diesen Schmerz mit mir wie eine Verbündete, einen wahren Freund, wie ein verlorenes Stück Heimat, wie eine Erinnerung an Samadhi, ans Paradies... nicht wie eine Last. Denn auch wenn ich oft nicht weiss, wohin damit und wieviel noch, so gibt es auch immer wieder diese Momente des Überlaufens, wenn in mir Grenzen brechen, etwas aufbricht und ganz viel davon aus mir herausfliesst. Dann werde ich zur Quelle, zum Bach, zum fliessenden Strom... und etwas was ich lange zurückgehalten oder gehütet habe, fliesst zurück in den Ozean der tiefen Sehnsucht und findet wieder seinen Platz in den Wurzeln der Erde und vielleicht steigt ein Teil davon auf zu den Wolken... und ich bin danach leichter... erneuert und jedes Mal ein bisschen verändert. Diese Trauer ist eines der tiefen und echten Gefühle, die ich... wie wir alle...zu empfinden in der Lage bin... Sie lehnt Schulter an Schulter in mir neben Freude, Liebe und Wut, neben Leichtigkeit und Freundschaft. Dies immer wieder zu erkennen und annehmen zu dürfen empfinde ich als eines der grossen Geschenke dieses Lebens an mich. Und vielleicht auch von mir ans Leben.