Direkte und transparente Kommunikation
Direkte und transparente Kommunikation - eine Lektion für mich von meiner Tochter
Ich komme mit meiner Tochter nach Hause und sie verschwindet im Zimmer. Man hört sie nicht mehr. Sieht sie nicht mehr. Mein Instinkt sagt mir, dass sie heimlich am Handy ist und Filme schaut, das darf sie nicht einfach so. Ich schleiche hoch, stelle den Router ab und schliesse die Tür zum Zimmer, wo der Router steht, ab. Kindisch kichernd sage ich unten in der Küche zu meiner Mitbewohnerin, dass jetzt sicher dann gleich mein Kind runterkommt, weil das Internet nüm geht.
Und sie kommt runter.
Kommt zu mir in die Küche, stellt sich vor mich hin, die Hände in den Hüften, den Kopf leicht schief, das Gesicht verärgert, sagt sie:
"Weisst Du Mami, ich mag es nicht, wenn Du indirekt kommunizierst. Du sagst immer, Du magst keine indirekte Kommunikation. Und dann schleichst Du hoch, schaltest heimlich den Router aus, schliesst das Zimmer ab und findest das auch noch lustig. Ich möchte, dass Du einfach zu mir kommst und mir mitteilst, dass Du nicht willst, dass ich am Handy bin. So einfach wäre das. So macht man das. Und dir ist das umgekehrt auch wichtig"
Ich schaue sie an. Mein Herz wird gross und grösser und quillt schliesslich über. Vor Liebe. Vor Stolz.
Und ich sage ihr "Du hast so Recht. Danke, dass Du mir das sagst. Ich entschuldige mich dafür und ich bin mega stolz, dass Du das so deutlich ausgedrückt hast!"
Sie sieht mich versöhnlich an und sagt "Jaaa und in Zukunft kommunizieren wir in diesem Haus bitte direkt."